Johannes Lepsius: Helfer der Armenier und Dokumentarist ihrer Vernichtung.

Anlässlich des 100. Todestages von Johannes Lepsius (1858– 1926) beschäftigt sich der Vortrag mit dessen Leben und seinem Engagement gegen den Völkermord an den Armeniern durch das Osmanische Reich in den Jahren 1915/16.
Der evangelische Theologe Johannes Lepsius gehört zu den prominenten deutschen Vertretern des Humanitarismus im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Seine Schriften über die christliche Minderheit der Armenier im Osmanischen Reich dokumentieren eindrucksvoll die Auseinandersetzung mit moralpolitischen Fragen und zeitgenössischen kirchlichen Entwicklungen vor dem Horizont von Homogenisierungs-bewegungen gegenüber Bevölkerungsgruppen in Vielvölkerstaaten.
Zum familiären Hintergrund: Johannes Lepsius war der Sohn des aus Naumburg stammenden Ägyptologen Karl Richard Lepsius (1810–1884) und Enkel des Naumburger Landrates und Historikers Carl Peter Lepsius (1775–1853). Der Vortrag ist eine Kooperation der Stadt Naumburg und des Saale-Unstrut-Elster-Vereins e.V.