Armin T. Wegner Tage 2026, 17. – 18. Oktober

111 Jahre nach der Vertreibung und Ausrottung der armenischen Bevölkerung im damaligen Osmanischen Reich widmet sich das Programm noch einmal der Verbindung dieses Völkermords mit dem Leben und Schreiben des Armin T. Wegner - ausgehend von dem ihn zutiefst erschütternden Erlebnissen während des Ersten Weltkriegs in der Türkei bis hin zu den zahlreichen Anläufen, das Geschehene, das Gesehene in angemessen dichterischer Form zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen dabei der 2020 publizierte Sammelband „Aghet – Totenklage und Gedächtnis des Schreckens. Türken und Armenier 1915“, sowie das darin erstmals veröffentlichte „Armenische Totenlied“ als letzter – und vielleicht eindrucksvollster – Versuch Armin T. Wegners, ein Werk zu schaffen, von dem er glaubte, dass es „zu dem Grausamsten gehören muss, was je über menschliches Elend geschrieben wurde“ …
Samstag:
18:00 Uhr
Begrüßung durch Ulrich Klan, den Vorsitzenden der Armin T. Wegner Gesellschaft

18:15 Uhr
„Am Tage des Kriegsausbruchs war ich der einsamste Mensch“. Armin T. Wegner im Ersten Weltkrieg.
Vortrag von Dr. Michael Obst
Buchvorstellung und Vorträge: "Aghet -Totenklage und Gedächtnis des Schreckens. Türken und Armenier 1915", hrsg. von Mitgliedern Prof. Michael Hofmann, Miriam Esau und Ulrich Klan, Würzburg 2020.
Dr. Roy Knocke, der Direktor des Lepsiushaus Potsdam stellt den darin veröffentlichten Essay von Dr. Rolf Hosfeld vor: "Tödliche Ethnopolitik und Nationsbildung im Ersten Weltkrieg: Der Völkermord an den Armeniern"
Uli Klan sprichtüber seine Langzeituntersuchung zu Armin T. Wegners lebenslangem "Ringenum Fassung", mit dem er über Jahrzehnte das erlebte Grauen der"Austreibung der Menschheit" in immer neuen Formen zum Ausdruckbrachte: „Totenklage für die ermordeten Armenier*innen. Von Notizen und Fotografien des Augenzeugen bis zum Armenischen Totenlied“
20:00 Uhr
Musikalische Lesung aus Armin T. Wegners spätem Werk: „Das Armenische Totenlied“ (vollständiger Titel: „Das Armenische Totenlied. Flucht und Leiden des Knaben Mihran Hamparzun oder Der Untergang eines Volkes in der Syrischen Wüste“) ist ein großes Versepos des deutschen Schriftstellers und Augenzeugen Armin T. Wegner. Es ist sein letztes und literarisches Werk über den Völkermord an den Armeniern und wurde 2020 erstmalig in dem Sammelband „Aghet“ veröffentlicht.

Sonntag
11:00 Uhr
Matinee - Filmvorführung:
The Cut. Fatih Akins aufwendiger historischer Film spielt zwischen 1915 und 1923 und erzählt von der ebenso verzweifelten wie ergreifenden Suche eines Vaters nach seinen Zwillingstöchtern, die in den Kriegswirren verloren gegangen sind.
Einführung und Gesprächsleitung:
Dr. Hayk Martirosyan (Lepsiushaus Potsdam)